Kanzlei

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09
2019

Im Dieselskandal hat Volkswagen AG erneut getäuscht!

Nachdem in den letzten Wochen durch 4 Entscheidungen der Oberlandesgerichte Karlsruhe, Köln, Oldenburg und Koblenz die sittenwidrige Schädigung von Käufern der VW-Fahrzeuge mit dem Dieselmotor der Baureihe EA 189 festgestellt worden ist und daraus sich ergebend die Haftung von VW auf Rücknahme der Fahrzeuge gegen Rückzahlung des Kaufpreises, ist darüber hinaus festgestellt worden, dass auch die aufgespielte Software wiederum eine unzulässige Abschalteinrichtung enthält: das Landgericht Düsseldorf hat in der Entscheidung vom 31.7.2019 - Aktenzeichen 7 O 166/18 für einen PKW VW Tiguan 2,0 TDI festgestellt, dass die neue aufgespielte Software die Abgasreinigung nur bei Außentemperaturen zwischen 10 °C bis 32 °C einsetzt, darunter und darüber wird die Abgasreinigung abgeschaltet; es besteht also ein so genanntes Thermo-Fenster. In den kommenden Wintermonaten dürfen die Fahrzeuge somit wieder stinken wie bisher.

Damit ist eine erneute Täuschung der Fahrzeugkäufer verursacht worden, denen in Zusammenhang mit der aufgespielten neuen Software zugesichert worden ist, dass damit keine Verschlechterung verbunden ist und alle typengenehmigungsrelevanten Fahrzeugwerte unverändert Bestand haben, was wegen der wiederum eingesetzten Abschaltung falsch war.

Es fragt sich, welche weiteren Täuschungshandlungen die Erwerber von VW noch hinnehmen müssen. Unbeirrt führt das Unternehmen weiter einen Rechtsstreit um den anderen. Käufer müssen stets erst den Weg zum Gericht gehen, was für nicht Rechtsschutz versicherte Käufer äußerst kostspielig ist und dem Schaden noch einen weiteren hinzufügt. Obwohl obergerichtliche Urteile vorliegen und alle Rechtsfragen geklärt sind, setzt VW das Druckmittel der Prozessführung ein, um geschädigte Käufer abzuschrecken.

Demgegenüber wurden in den USA ohne einen einzigen Prozess zu führen € 30 Milliarden an Auslandskunden bezahlt; der Konzern verhöhnt seine deutschen Kunden.

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