Kanzlei

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09
2015

VW haftet Aktionären und Autokäufern auf Schadensersatz wegen Abgasmanipulation

Nachdem die Volkswagen AG massive Abgas-Manipulationen in den USA zugegeben hat, stellt sich die Frage, ob und welche Ansprüche deutsche Fahrzeugkäufer und Aktionäre gegenüber der Volkswagen AG zustehen könnten.

Ansprüche von Käufern

Da sich herausgestellt hat, dass auch deutsche Fahrzeuge von den Abgas-Manipulationen betroffen sind, können sich Schadensersatz- und Rückabwicklungsansprüche ergeben. Trotz der von VW in Aussicht gestellten Rückrufaktion ist derzeit nicht klar, ob die Fahrzeuge anschließend mangelfrei sind oder ob trotz Nachbesserung eine Wertminderung oder ein geringerer Wiederverkaufswert verbleiben. Sollte dies der Fall sein, ergeben sich Ansprüche gegen den jeweiligen Kfz-Verkäufer, die innerhalb der einschlägigen Verjährungsfrist geltend gemacht werden können.

Ansprüche von Aktionären

Aktionären können ebenfalls Schadensersatzansprüche gegen VW wegen pflichtwidrig unterlassener Veröffentlichung einer Information nach dem Wertpapierhandelsgesetz zustehen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung hatte die Volkswagen AG bereits im Mai 2014 Kenntnis von den Ermittlungen der ENA in den USA. Ab wann Volkswagen eine ad-hoc-Mitteilung über die Manipulation hätte veröffentlichen müssen, obliegt derzeit der Ermittlung und Untersuchung der Finanzaufsicht BaFin.

Je nach Einzelfall können geschädigte Aktionären die Rückzahlung des Aktienkaufpreises Zug um Zug gegen Herausgabe der erworbenen Aktien oder jedenfalls des sogenannten Kursdifferenzschadens als Schadensersatz zustehen.

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